... für Ausländer immer noch streng verboten, sich ohne eine offizielle Einladung in der Sowjetunion aufzuhalten.
Eines Morgens fotografierte ich diese Szene (rechts), die die damalige Lage der einfachen Menschen in Moskau auf den Punkt brachte: Eine alte Frau wartet auf Kunden für ein paar Bündel selbst gezogenes Gemüse und vertreibt sich die Wartezeit auf Kunden mit Stricken.
Sergej war Holzschnitzer. In einem Zimmer seiner kleinen Wohnung
stapelten sich zentnerweise riesige Holzscheite, die bereits eine kräftige Delle in den Boden gedrückt hatten. Man "organisierte" die notwendigen Dinge, wenn sie gerade mal vorhanden waren und dann auf Vorrat. Wer wusste schon, wann es diese Sachen das nächste Mal gab.
In der U-Bahn stellten alle die Antennen auf Empfang, denn die
Fahrten waren eine unersetzbare Informationsquelle darüber, wo es
in der riesigen Stadt an diesem Tag billig Babywindeln, Waschmittel oder tolle Jeans gab.
Den täglichen Überlebenskampf im kommunistischen
System, die Behördenwillkür, aber auch die Absurditäten bekam ich
hautnah mit. Sergejs Mutter zum Beispiel arbeitete als Putzfrau im Kreml. Darum gab es zum Abendbrot manchmal Kaviar ...

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